Aufopfernd „Opfer“ sein

Frei nach der Haltung, lass mir mein Problem es ist meins, suhlen wir uns zeitweise in einer Opferhaltung.

Wir sind uns bestimmt nicht immer bewusst, wie oft wir in eine Opferhaltung gehen. Für uns selbst ist es oft eine sehr alte Strategie, die einfach dazu gehört und somit unauffällig ist. Ab und zu funktioniert sie sicher auch und hat somit auch ihren Zweck erfüllt. Jedes Muster hatte irgendwann seine Berechtigung. Mit diesem Verhalten reagieren wir auf Situationen in unserem Leben, die wir als fremdgesteuert empfinden. Also auf etwas, dem wir ausgeliefert sind und auch nicht sehen, was wir ändern könnten oder aber wir ganz klar die Situations- oder Verhaltensänderung von Aussen erwarten. Ich spreche hier von einer Opferhaltung und möchte das klar Abgrenzen von Opfer einer Gewalttat zu sein. Ein Beispiel wäre dazu, dass der Bus pünktlich vor der Nase abfährt. Wie schnell denken wir da, dass das ungerecht war. Wie schnell sehen wir uns da als ungerecht behandelt und dass die andere Person sich falsch verhalten hat oder die Uhr falsch war. Lang und breit erklären wir dann unsere Verspätung mit diesem Buschauffeur, der einfach losgefahren ist. Dieses Beispiel kommt sicher vielen bekannt vor und ist sicher recht harmlos aber ärgerlich für die Meisten von uns.

Das schöne an der Opferhaltung ist, sie fühlt sich vertraut an. Warm und kuschlig eingelullt in Unschuld. Welt du warst schlecht zu mir. Wir können sie pflegen und hegen. Manchmal macht sie uns vielleicht auch wütend, wenn wir trotz Anstrengung unsere Möglichkeiten nicht erkennen.

Wenn ich jetzt sage, dass wir sehr viel mehr Einfluss haben auf was mit uns geschieht und wie wir es erleben, was wäre dann? Dann müssten wir das Positive, das Negative, die Konsequenzen und die Verantwortung als gleichwertig sehen. Wir müssten akzeptieren, dass wir allein entscheiden, nicht die nötigen Schritte zu tun, weil wir vielleicht den Aufwand oder die Konsequenzen scheuen. Es gibt ja auch verzwickte Situationen oder Situationen die etwas Zeit brauchen. Entscheidend ist dann aber, wie wir damit leben und was es aus unserem Leben macht.

Opfer zu sein ist auf der einen Seite der das vertraute, kuschlige und unschuldige Gefühl und auf der anderen Seite aber sehr einschränkend und beklemmend. Es klaut uns Energie, Lebensfreude und Kreativität. Wir setzen uns einschränkende Begrenzungen aus durch eine Person, eine Gruppe, der Gesellschaft oder dem Staat. Manchmal sogar wegen einer blossen Phantasie. Wir ergeben uns Diktaten auf Grund von direkten Forderungen oder oft auch auf Grund von eigenen Glaubensätzen „man macht das so…“. Gerade die Glaubensätze sind oft nicht überprüft und vielleicht gar nicht mehr wichtig. Was wäre wenn wir solche Begrenzungen aufspüren und auflösen können?

Please follow and like us:
error